Heilpflanze des Jahres 2026

Heilpflanze des Jahres 2026

Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis). Eine Pflanze, die viele am Wegesrand kaum beachten und die doch eine unglaubliche Geschichte, beeindruckende Inhaltsstoffe und vielseitige Anwendungsmöglichkeiten besitzt. Wer sie kennt, sagt schnell: Das ist eine der unterschätztesten Wildpflanzen Europas! Ursprünglich aus Nordamerika stammend, kam die Nachtkerze bereits im 17. Jahrhundert nach Europa. Zunächst als hübsche Zierpflanze, später als wertvolles Nahrungsmittel und heute als Heilpflanze von großer Bedeutung.

Die Gewöhnliche Nachtkerze war früher keine Rarität: Unter den Namen „Schinkenwurz“ oder „Rapontika“ fand man sie in vielen Bauerngärten. Besonders die kräftige, rübenartige Pfahlwurzel galt als echte Energiequelle. So nahrhaft, dass man sie mit Ochsenfleisch verglich. Heute ist die Nachtkerze fast in Vergessenheit geraten, obwohl sie geschmacklich und gesundheitlich einiges zu bieten hat:

  • mild, leicht scharf
  • erinnert an Schwarzwurzel oder Karotte
  • vielseitig in der Küche einsetzbar
  • wertvoll als Wildgemüse und Heilpflanze

Erntezeit ist von Ende Oktober bis Ende März, solange sie in der Rosettenphase bleibt. Wird es Frühling, verholzt die Wurzel und sie ist dann nicht mehr genießbar. Auch junge Blätter und Blüten können in der Küche verwendet werden: Die Blätter schmecken ähnlich wie Mangold, die gelben Blüten bringen eine feine, honigartige Süße ins Essen.

Blume des Jahres 2026

 

Blume des Jahres 2026

Feldrittersporn als Beispiel für Artenschwund in den Agrarlandschaften ausgezeichnet

Der Feldrittersporn ist die „Blume des Jahres 2026“.

 

 
Die Pflanze mit blau-violetten Blüten sowie dem namensgebenden Sporn wächst auf Äckern zwischen Getreidehalmen, wie ein Sprecher der Loki-Schmidt-Stiftung in Hamburg sagte. In den vergangenen Jahren sei sie jedoch selten geworden. Mit der Wahl wolle man auf den dramatischen Artenschwund in den Agrarlandschaften aufmerksam machen.
Der Feldrittersporn ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Er wird bis zu 50 Zentimeter hoch und blüht von Mai an und bis in den September hinein.

 

Baum des Jahres 2026

 

Die Zitterpappel (Populus tremula)

Text:

Stefan Meier und Lil Wendeler

 

Die Zitterpappel gehört zu den auffälligsten heimischen Laubbäumen: Schon ein leichter Wind bringt ihre Blätter zum Flirren und verleiht ihr ein fast lebendiges, tanzendes Aussehen. Doch nicht nur ihre Erscheinung macht sie besonders – sie ist auch für viele Tiere und Pflanzen von großer Bedeutung. Als Pionierbaum besiedelt sie schnell offene Flächen, regeneriert geschädigte Wälder und bietet zahlreichen Arten einen Lebensraum. Mehr als 60 Schmetterlingsarten nutzen ihre Blätter als Futterquelle, Spechte zimmern Höhlen in das weiche Holz, und viele Singvögel finden hier Nahrung.

Die Zitterpappel ist in fast ganz Europa, weiten Teilen Asiens und sogar im nördlichen Afrika heimisch. Sie wächst auf frischen bis mäßig trockenen, nährstoffreichen Böden und kommt vom Tiefland bis in Höhen von 2.000 Metern vor. Besonders häufig begegnet man ihr an Waldrändern, auf Kahlschlägen, in lichten Wäldern oder als Solitär in offenen Landschaften. Dank ihrer Fähigkeit, sich über Wurzelausläufer zu vermehren, kann sie nach Störungen wie Sturm oder Feuer rasch neue Bestände bilden.